US-Vizepräsident JD Vance traf am frühen Samstag in Pakistan ein, um hochriskante Verhandlungen mit iranischen Vertretern zu beginnen. Ziel ist die Verlängerung eines fragilen zweiwöchigen Waffenstillstands und die Beendigung des seit sechs Wochen andauernden Konflikts im Nahen Osten, der bereits über 6.000 Menschen das Leben gekostet hat.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf landete in der Nacht auf einem Luftwaffenstützpunkt nahe Islamabad und führte eine Delegation von etwa 70 Vertretern an, darunter Fachleute aus den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit und Politik. Pakistans Armeechef Asim Munir begrüßte beide Delegationen auf der Nur Khan Air Base, wo auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff sowie Jared Kushner anwesend waren.
Wir haben gute Absichten, aber wir vertrauen nicht. Unsere Erfahrungen mit Verhandlungen mit den Amerikanern waren stets von Misserfolg und gebrochenen Versprechen geprägt.
Mohammad Bagher Ghalibaf, iranischer Parlamentspräsident — Iranischer Staatsrundfunk
Die Gespräche finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem große Hindernisse die Verhandlungen bereits vor ihrem Beginn zu gefährden drohen. Der Iran fordert als Voraussetzung für substanzielle Diskussionen den Stopp israelischer Militäroperationen im Libanon sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Die strategisch wichtige Straße von Hormus bleibt de facto geschlossen, was bis zu 99 % des Schiffsverkehrs durch diese Wasserstraße beeinträchtigt, die 20 % der globalen Ölexporte transportiert.