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Argentinien verabschiedet Gesetz zur Gletscherminen trotz Umweltprotesten
Der Kongress stimmt für Mileis Gesetz, das Gletscherschutz lockert, um Bergbauinvestitionen zu ermöglichen – trotz massiver Umweltproteste und drohender Klagen.
Der Kongress von Argentinien hat am Donnerstag ein Gesetz verabschiedet, das den Schutz von Gletschern und Permafrost in den Anden lockert und bisher geschützte Gebiete für Bergbauoperationen öffnet. Die Abgeordnetenkammer stimmte mit 137 Ja-Stimmen, 111 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen für das Gesetz von Präsident Javier Milei nach mehr als elf Stunden Debatte.
Die Reform ändert das argentinische Gletschergesetz von 2010 grundlegend, indem sie den vollen Schutz auf Gletscher mit einer „nachgewiesenen hydrologischen Funktion“ beschränkt. Periglaziale Umgebungen – Permafrostformationen und kleinere Eiskörper in der Umgebung von Gletschern – verlieren ihren automatischen Schutz und werden künftig im Einzelfall durch technische Studien bewertet.
Die Zuständigkeit für die Klassifizierung von Gletschern geht von der Bundesregierung auf die Provinzregierungen über. Lokale Behörden entscheiden nun, welche Formationen im Nationalen Gletscherinventar verbleiben und welche Gebiete für extraktive Aktivitäten freigegeben werden. Das Argentinische Institut für Schneeforschung, Glaziologie und Umweltwissenschaften behält zwar die technische Aufsicht, ist aber an die Entscheidungen der Provinzen gebunden.
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🇬🇧The Guardian stellt die Umweltzerstörung als Folge von Mileis libertärer Ideologie dar und betont die Leugnung des Klimawandels sowie die Unterdrückung von Protesten. Die Berichterstattung hebt den Widerspruch zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz hervor und spiegelt damit die eigenen Spannungen Großbritanniens wider, die zwischen Klimazusagen und wirtschaftlichem Druck bestehen. — The Guardian
🌍Mercopress liefert technische Details zu den gesetzlichen Mechanismen und der Übertragung von Zuständigkeiten auf die Provinzen und bietet damit eine regionale uruguayische Perspektive auf die argentinische Politik. Die neutrale Darstellung betont institutionelle Prozesse statt Umweltbedenken, was typisch für regionale Medien ist, die sich auf die wirtschaftlichen Auswirkungen für Nachbarländer konzentrieren. — Mercopress
🇺🇸Mongabay legt den Fokus auf Umweltaktivismus und juristische Schritte und erzählt die Geschichte aus der Perspektive des Artenschutzes, wie sie für den US-amerikanischen Umweltjournalismus typisch ist. Der Fokus auf Gerichtsverfahren und Reaktionen von Aktivisten spiegelt amerikanische Ansätze wider, Umweltschutz durch Klagen und zivilgesellschaftliches Engagement durchzusetzen. — Mongabay