Die Demokratische Republik Kongo hat angekündigt, ab April 2026 von den USA aus Drittstaaten abgeschobene Migranten aufzunehmen. Damit ist das Land das jüngste afrikanische Land, das sich dem umstrittenen Abschiebe-Netzwerk Washingtons anschließt.
Die kongolesische Regierung bezeichnete die Vereinbarung als vorübergehende Unterbringungslösung, bei der die Abgeschobenen in ausgewiesenen Einrichtungen rund um Kinshasa unter administrativer, sicherheitstechnischer und humanitärer Aufsicht untergebracht werden sollen. Offizielle betonten, dass das Programm keine dauerhafte Umsiedlung vorsieht und wiesen Darstellungen zurück, es handele sich um eine Auslagerung der US-Einwanderungspolitik.
Jeder Fall soll nach kongolesischem Recht und nationalen Sicherheitsanforderungen individuell geprüft werden, wobei automatische Überstellungen ausgeschlossen sind. Die USA übernehmen alle logistischen und technischen Kosten über spezialisierte Behörden, sodass keine Belastung für den kongolesischen Haushalt entsteht.
Mit der Vereinbarung reiht sich der Kongo in eine Liste von Ländern ein, darunter Eswatini, Ghana, Ruanda, Uganda, Südsudan, Äquatorialguinea und Kamerun, die Abgeschobene ohne Bezug zu ihrem Zielland aufnehmen. Seit Trump im Januar 2025 erneut das Amt übernahm, wurden Drittstaaten-Abschiebungen zu einem zentralen Bestandteil seiner Einwanderungsstrategie, die im Juni 2025 vom Supreme Court genehmigt wurde.
Kongressdokumente zeigen, dass Washington mindestens 40 Millionen US-Dollar für die Abschiebung von etwa 300 Migranten in Drittstaaten ausgegeben hat. Interne Unterlagen belegen 47 Vereinbarungen in verschiedenen Stadien, von denen 15 bereits finalisiert sind. Die finanziellen Anreize variieren stark – Ruanda erhielt 7,5 Millionen US-Dollar, Eswatini 5,1 Millionen US-Dollar für bis zu 160 Abgeschobene, während Äquatorialguinea im Gegenzug eine Aufhebung von Sanktionen für seinen Vizepräsidenten erreichte.