Russland wird einen zweiten Öltanker nach Kuba entsenden, während die Karibikinsel unter einem US-Treibstoffembargo leidet, das zu flächendeckenden Stromausfällen und wirtschaftlicher Not führt. Das gab der russische Energieminister Sergei Tsivilev am Donnerstag bekannt.
Die Ankündigung erfolgte nur wenige Tage, nachdem das sanktionierte russische Schiff Anatoly Kolodkin am Dienstag 730.000 Barrel Rohöl zum Hafen Matanzas auf Kuba geliefert hatte – die erste Öllieferung seit Januar. Diese Ladung könnte etwa 180.000 Barrel Diesel produzieren, was dem täglichen Treibstoffbedarf Kubas für neun bis zehn Tage entspricht.
Ein Schiff der Russischen Föderation durchbrach die Blockade. Ein zweiter wird gerade beladen. Wir werden die Kubaner nicht im Stich lassen.
Sergei Tsivilev, russischer Energieminister — russische Staatsmedien
Kubas Energiekrise verschärfte sich dramatisch im Januar, als US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festnahmen und damit die wichtigste Öllieferquelle der Insel abschnitten. Venezuela hatte zuvor entscheidende Treibstofflieferungen an seinen karibischen Verbündeten geleistet, doch diese Lieferungen endeten mit Maduros Entmachtung.
Die Trump-Administration drohte daraufhin mit Zöllen gegen jedes Land, das Öl nach Kuba liefert oder verkauft, und schuf damit – wie russische Offizielle es beschreiben – eine totale Blockade. Mexiko, das zuvor einige Öllieferungen an Kuba getätigt hatte, stoppte seine Lieferungen nach den Zolldrohungen Trumps.
Euronews stellt die Geschichte als humanitäre Krise dar und betont die Energiekrise Kubas sowie die Auswirkungen auf die verwundbarsten Bevölkerungsgruppen. Der Sender rahmt Russlands Handeln als Durchbrechen der Blockade, um einem isolierten Verbündeten zu helfen.