Der französische Präsident Emmanuel Macron lehnte eine militärische Intervention zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz ab und widersprach damit direkt den Forderungen von Donald Trump nach einem gemeinsamen Vorgehen der Verbündeten, um die Passage durch die strategisch wichtige Wasserstraße wiederherzustellen.

Bei einer Pressekonferenz während eines Staatsbesuchs in Südkorea wies Macron den Einsatz von Gewalt als unpraktikabel und gefährlich zurück. Die Äußerungen des französischen Präsidenten folgten auf Trumps Aufforderung an die NATO-Verbündeten, bei der Wiedereröffnung der Straße mitzuwirken, die etwa ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert.

Einige Leute verteidigen die Idee, die Straße von Hormuz mit militärischer Gewalt freizubekommen, eine Position, die manchmal von den Vereinigten Staaten vertreten wird, auch wenn diese variiert

Emmanuel Macron, französischer Präsident — Al-Monitor

Der Iran schloss die Wasserstraße effektiv, nachdem sich die Spannungen im Nahen Osten ab dem 28. Februar eskaliert hatten, als die USA und Israel Angriffe auf iranische Ziele starteten. Die iranische Reaktion umfasste Angriffe auf israelisches Gebiet, US-Militärbasen und Einrichtungen in Golfstaaten, was tausende Opfer in der Region zur Folge hatte.

Das war nie die Option, die wir unterstützt haben, weil sie unrealistisch ist. Es würde ewig dauern und alle, die die Straße durchqueren, den Risiken der Revolutionsgardisten sowie ballistischen Raketen aussetzen

Emmanuel Macron, französischer Präsident — Channel NewsAsia

Der französische Präsident skizzierte einen alternativen Ansatz, der auf diplomatische Gespräche mit Teheran setzt. Macron arbeitet mit europäischen Partnern und anderen Verbündeten zusammen, um eine Koalition aufzubauen, die nach Beendigung der aktuellen Feindseligkeiten einen sicheren Durchgang durch die Straße von Hormuz garantieren soll.

Seine Strategie stellt einen deutlichen Bruch mit Trumps konfrontativer Haltung gegenüber dem Iran dar und spiegelt die generelle europäische Skepsis gegenüber militärischen Lösungen in der Region wider.

Was wir von Anfang an sagen, ist, dass diese Straße wiedereröffnet werden muss, weil sie für Energieflüsse, Düngemittel und den internationalen Handel strategisch wichtig ist. Aber das kann nur in Absprache mit dem Iran geschehen

Emmanuel Macron, französischer Präsident — Channel NewsAsia

Die Schließung der Straße von Hormuz hat erhebliche Störungen der globalen Energiemärkte und Lieferketten verursacht. Die Wasserstraße ist ein kritischer Engpass für den internationalen Handel, und ihre Blockade beeinträchtigt nicht nur Öl- und Gaslieferungen, sondern auch den Transport von Düngemitteln und anderen essenziellen Gütern.

Macrons öffentliche Ablehnung militärischer Maßnahmen unterstreicht die wachsenden transatlantischen Spannungen in der Nahost-Politik. Während Trump die NATO-Verbündeten für mangelnde Unterstützung kritisiert und mit einem Rückzug der USA aus dem Bündnis gedroht hat, verfolgen europäische Führer vorsichtigere diplomatische Ansätze.