Präsident Donald Trump verschärfte am 2. April seine Drohungen gegen den Iran und kündigte an, die US-Streitkräfte würden im nun zweiten Kriegsmonat Brücken und Stromkraftwerke des Landes ins Visier nehmen.

Unsere Streitkräfte, die größten und mächtigsten (mit Abstand!) der Welt, haben damit noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was im Iran noch übrig ist. Als Nächstes Brücken, dann Stromkraftwerke! Die neue Führung des Regimes weiß, was zu tun ist – und zwar SOFORT!

Donald Trump, US-Präsident — Truth Social

Die Drohung folgte nur wenige Stunden nach einem US-Angriff auf eine wichtige Brücke, die Teheran mit Karaj in der Provinz Alborz verbindet und laut iranischen Medien als höchste Brücke im Nahen Osten gilt. Iranische Behörden berichteten von acht Toten und 95 Verletzten durch den Angriff, wobei die Opferzahlen nicht unabhängig überprüft werden konnten.

"Unsere Streitkräfte haben damit noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was im Iran noch übrig ist"

Trump feierte die Zerstörung der Brücke in sozialen Medien und veröffentlichte Videomaterial des Angriffs.

Die größte Brücke im Iran stürzt ein und wird nie wieder genutzt werden können – und es wird noch viel mehr folgen!

Donald Trump, US-Präsident — Truth Social

Der Krieg begann am 28. Februar, als die USA und Israel koordinierte Angriffe auf den Iran starteten. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie Golfstaaten, die US-Militärbasen beherbergen. Der Konflikt hat bereits Tausende Tote gefordert, Millionen Menschen vertrieben und die Ölpreise in die Höhe getrieben, während er globale Märkte erschüttert.

Iranische Behörden berichteten zudem von schweren Schäden am Pasteur-Institut, einem medizinischen Forschungszentrum in Teheran, was jedoch nicht unabhängig bestätigt werden konnte. Die iranische Regierung veröffentlichte Fotos, die die Zerstörung belegen sollen.

Dutzende internationale Rechtsexperten in den USA unterzeichneten am Donnerstag einen offenen Brief, in dem sie argumentieren, dass US-Angriffe auf den Iran möglicherweise Kriegsverbrechen darstellen. Die Genfer Konventionen von 1949 verbieten Angriffe auf für die Zivilbevölkerung essenzielle Einrichtungen und verlangen von Streitkräften eine klare Unterscheidung zwischen zivilen und militärischen Zielen.

Trump hat im Laufe des Konflikts wechselnde Zeitpläne und Ziele verkündet. In einer Fernsehansprache am 1. April sagte er, die USA stünden kurz vor der Erreichung ihrer Ziele im Iran, warnte aber gleichzeitig vor weiteren Angriffen.

Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück ins Steinzeitalter bringen, wo sie hingehören.

Donald Trump, US-Präsident — Ansprache im Weißen Haus

Mohammad Baqer Qalibaf, Sprecher des iranischen Parlaments, reagierte trotzig auf die jüngsten Drohungen.