Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf den Vereinigten Staaten vor, sich nicht mehr ausreichend für den Krieg in der Ukraine einzusetzen, da sich US-Verhandler nun auf den Iran-Konflikt konzentrierten. In einem Interview mit dem deutschen Sender ZDF sagte Selenskyj am Dienstag, dass sich die amerikanischen Friedensvermittler nicht mehr um die Beendigung der russischen Invasion in der Ukraine kümmerten.

Der ukrainische Präsident nannte konkret Steve Witkoff und Jared Kushner als die US-Verhandler, die bisher bei der Vermittlung von Gesprächen mit Moskau geholfen hätten, nun aber woanders gebunden seien. Er beschrieb sie als pragmatische Persönlichkeiten, die versuchten, Putins Aufmerksamkeit zu gewinnen, um den Krieg zu beenden.

ständig in Gesprächen mit dem Iran

Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident — ZDF

Selenskyj warnte, dass Russland ohne anhaltenden Druck aus den USA seinen Respekt vor möglichen Konsequenzen verlieren werde. Seiner Meinung nach reiche sanfter Dialog allein nicht aus, um Putin zu ernsthaften Verhandlungen über die Beendigung des fast fünf Jahre andauernden Konflikts zu bewegen, der die Ukraine verwüstet hat.

Die Verlagerung des amerikanischen diplomatischen Fokus fällt mit erheblichen Störungen in der ukrainischen Lieferkette für militärische Ausrüstung zusammen. Selenskyj äußerte insbesondere Bedenken hinsichtlich der PAC-3- und PAC-2-Abwehrraketen, die die Ukraine über das PURL-Programm erhält. Dieses ermöglicht europäischen Ländern, die Finanzierung amerikanischer Ausrüstung für die ukrainischen Streitkräfte zu übernehmen.

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NDTV präsentiert die Geschichte als sachlichen diplomatischen Bericht, der sich auf Selenskyjs Aussagen konzentriert, ohne redaktionelle Kommentare. Das indische Medium betont die praktischen Folgen der geteilten Aufmerksamkeit der USA und spiegelt damit Indiens blockfreie Haltung gegenüber Konflikten mit Großmächten wider. Es zeigt Interesse an diplomatischen Lösungen statt militärischer Eskalation.