Hunderte Trauergäste versammelten sich am Sonntag in den südlichen Vororten Beiruts, um der drei libanesischen Journalisten zu gedenken, die am Vortag bei einem israelischen Angriff im Süden Libanons getötet worden waren. Zu den Opfern zählten Ali Shoeib, ein erfahrener Korrespondent des mit der Hisbollah verbundenen Senders Al-Manar TV, Fatima Ftouni vom Sender Al Mayadeen sowie ihr Bruder Mohammad Ftouni, ein freiberuflicher Kameramann.

Die Journalisten befanden sich gemeinsam in einem Fahrzeug nahe Jezzine auf der Schnellstraße zwischen Nabatieh und Sidon, als eine israelische Bombe ihr Auto traf. Augenzeugen berichteten, dass ein zweiter Angriff erfolgte, als Kollegen versuchten, den Opfern zu Hilfe zu eilen. Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, dass auch ein Krankenwagen mit Ersthelfern bei dem Angriff gezielt angegriffen wurde.

Die Trauerfeier fand bei strömendem Regen statt, wobei Trauergäste Plakate der verstorbenen Journalisten hielten, die ihre Presseschutzwesten trugen und Kameras in den Händen hielten. Bei der Zeremonie im provisorischen Friedhof, wo die Hisbollah Einfluss ausübt, waren zahlreiche Hisbollah-Fahnen zu sehen. Die Leichen von Shoeib und Fatima Ftouni waren mit den Logos ihrer jeweiligen Fernsehsender geschmückt und mit Blumengebinden verziert.

"Sie töten die Überbringer dieser Kriegsbotschaften"

Sie töten die Überbringer dieser Kriegsbotschaften

Trauergast — Sky News

Israelische Militärvertreter räumten ein, dass die Journalisten gezielt angegriffen wurden, rechtfertigten die Tötungen jedoch damit, dass Shoeib Mitglied der Eliteeinheit Radwan der Hisbollah sei und Informationen über israelische Truppenbewegungen weitergegeben habe. Für diese Behauptung wurden jedoch keine Beweise vorgelegt, und das Militär äußerte sich nicht zu den Todesfällen der Geschwister Ftouni.

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Al Jazeera stellt die Geschichte als klare Verurteilung israelischer Handlungen dar und betont die Charakterisierung des Angriffs als Kriegsverbrechen durch libanesische Behörden. Der Sender präsentiert den Vorfall ohne Zweifel an den Verbindungen der Journalisten.