Französische Behörden haben zwei weitere Verdächtige im Zusammenhang mit einem vereitelten terroristischen Anschlag auf den Hauptsitz der Bank of America in Paris festgenommen. Damit erhöht sich die Zahl der festgenommenen Personen auf drei. Die Verhaftungen folgten einem Vorfall am frühen Samstagmorgen, als die Polizei zwei Männer dabei abfing, wie sie ein Sprengsatz vor den Büros der Bank nahe den Champs-Élysées zur Detonation bringen wollten.
Der ursprüngliche Vorfall ereignete sich gegen 3:30 Uhr Ortszeit, als die Polizei zwei Verdächtige mit einer Einkaufstasche in der Nähe des Bankgebäudes von Bank of America entdeckte. Einer der beiden, ein 17-Jähriger, hatte gerade einen selbstgebauten Sprengsatz platziert, der aus einem Zündmechanismus und einem Behälter mit Treibstoff bestand, als die Beamten eingriffen. Der Jugendliche war im Begriff, die Vorrichtung zu zünden, als er festgenommen wurde, während sein Komplize fliehen konnte.
Die forensische Analyse ergab, dass der improvisierte Sprengsatz etwa 650 Gramm Sprengpulver sowie eine brennbare Flüssigkeit in einem Kanister enthielt. Die Vorrichtung wurde zur weiteren Untersuchung in ein forensisches Labor gebracht. Laut Polizeiquellen gab der festgenommene Jugendliche an, über die Social-Media-Plattform Snapchat für die Durchführung des Anschlags angeworben worden zu sein – im Austausch für 600 Euro.
Gut gemacht an die schnelle Eingreiftruppe der Pariser Polizeipräfektur, die es ermöglicht hat, eine gewalttätige terroristische Tat in der Nacht in Paris zu vereiteln
Laurent Nunez, Innenminister — Deutsche Welle
Die französische Staatsanwaltschaft für Terrorismusbekämpfung hat eine umfassende Untersuchung zu mehreren terrorismusbezogenen Vorwürfen eingeleitet. Dazu gehören versuchte Brandstiftung oder Gefährdung durch gefährliche Mittel, Herstellung von Brandvorrichtungen, Besitz und Transport von Sprengstoffen mit Schädigungsabsicht sowie die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung. Die Untersuchungshaft des ersten Festgenommenen wurde verlängert, während die Ermittlungen fortgesetzt werden.
Deutsche Welle liefert eine umfassende faktenbasierte Berichterstattung über die Festnahmen und Ermittlungsdetails. Der Beitrag betont das erfolgreiche Eingreifen der Polizei und den weiteren Sicherheitskontext, ohne eine redaktionelle Bewertung vorzunehmen.
NOS legt den Fokus auf die Ermittlungsdetails und den Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten. Der Beitrag ordnet den Vorfall in die breiteren europäischen Sicherheitsbedenken ein, die jüdische und amerikanische Ziele betreffen.
Der zweite Verdächtige, der beim ursprünglichen Vorfall anwesend war, soll das Geschehen gefilmt oder fotografiert haben, als die Polizei eintraf. Ob es sich bei dieser Person um einen der beiden neu festgenommenen Verdächtigen handelt, wurde bisher nicht bestätigt. Die Ermittlungen werden gemeinsam von der französischen Antiterroreinheit und den Inlandsgeheimdiensten durchgeführt.
Die Wachsamkeit bleibt auf einem sehr hohen Niveau. Ich würdige alle Sicherheits- und Geheimdienstkräfte, die unter meiner Leitung im aktuellen internationalen Kontext voll mobilisiert sind
Laurent Nunez, Innenminister — Deutsche Welle
Der versuchte Anschlag ereignet sich vor dem Hintergrund erhöhter Sicherheitsbedenken in Europa nach eskalierenden Spannungen im Nahen Osten. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran vor einem Monat haben französische Behörden den Schutz amerikanischer, israelischer und jüdischer Einrichtungen in Frankreich deutlich verstärkt. Auch für im Exil in Frankreich lebende iranische Oppositionelle wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.
Bank of America bestätigte über einen Sprecher, dass man sich der Situation bewusst sei und in Kontakt mit den französischen Behörden stehe. Der Vorfall reiht sich in ein breiteres Muster von Sicherheitsbedrohungen ein, die seit Ausbruch der Konflikte im Nahen Osten jüdische, israelische und amerikanische Interessen in Europa zum Ziel haben. Ähnliche Vorfälle wurden auch in anderen Ländern wie den Niederlanden gemeldet.