Richter Juan Carlos Peinado hat Begoña Gómez offiziell wegen vier korruptionsbezogener Straftaten angeklagt, nachdem eine zweijährige Untersuchung ergeben hatte, dass sie ihre Position als Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten möglicherweise für persönliche Vorteile ausgenutzt hat. Zu den Vorwürfen gehören Untreue, Vorteilsnahme, Korruption im Geschäftsverkehr und Veruntreuung von Geldern.

Im Zentrum der Ermittlungen steht Gómez’ Rolle an der Complutense-Universität in Madrid, wo sie nach dem Amtsantritt ihres Mannes Pedro Sánchez als Ministerpräsident im Jahr 2018 ein Masterstudienprogramm in Betriebswirtschaftslehre mitleitete. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, öffentliche Ressourcen und persönliche Verbindungen genutzt zu haben, um private Interessen über ihre universitäre Position zu fördern.

Der Lehrstuhl diente als Mittel zur privaten beruflichen Weiterentwicklung der untersuchten Person

Richter Juan Carlos Peinado — Gerichtsurteil

Richter Peinado verwies auf Gómez’ fehlende fachliche Qualifikationen für die universitäre Position als Indiz für mögliches Fehlverhalten. Die Ermittlungen hätten, so der Richter, ausreichende Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Handeln ergeben – nun müssen die Gerichte entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt.

Die Korruptionsermittlungen gingen auf eine Beschwerde der Organisation Manos Limpias zurück, einer mit rechtsextremen Verbindungen assoziierten Anti-Korruptionsgruppe unter der Leitung von Miguel Bernad. Die Organisation ist bekannt für zahlreiche, oft erfolglose Klagen gegen Politiker:innen in ganz Spanien.

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🇬🇧United Kingdom
BBC
Analytisch

Die BBC stellt dies als Teil eines breiteren Musters von Korruptionsskandalen dar, die die Koalitionsregierung von Sánchez untergraben, und betont den politischen Druck sowie die institutionellen Herausforderungen. Die Berichterstattung hebt die rechtsextremen Ursprünge der Beschwerde hervor, bleibt aber in der Darstellung der juristischen Schritte ausgewogen.