Richter Juan Carlos Peinado hat Begoña Gómez, Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, offiziell wegen Korruption angeklagt. Dies folgt auf eine zweijährige Untersuchung ihrer Aktivitäten an der Madrider Universität Complutense.

Die Anklagepunkte umfassen Veruntreuung, Vorteilsnahme, Korruption in geschäftlichen Angelegenheiten und Veruntreuung von Geldern. Laut den Feststellungen des Richters soll Gómez ihre Position als Ehefrau des Ministerpräsidenten genutzt haben, um eine Stelle als Leiterin eines Masterstudiengangs für Betriebswirtschaft an der renommierten Universität zu erhalten – trotz fehlender relevanter Qualifikationen.

Die Ermittlungen drehen sich darum, ob Gómez öffentliche Ressourcen und persönliche Verbindungen nutzte, um private Interessen durch die Einrichtung und Leitung eines von ihr mitgeführten Lehrstuhls voranzutreiben. Richter Peinado kam zu dem Schluss, dass ausreichende Beweise für eine Anklage in vier der ursprünglich fünf untersuchten Vorwürfe vorliegen. Der Vorwurf der unrechtmäßigen Berufsausübung wurde mangels ausreichender Beweise fallen gelassen.

"Der Lehrstuhl diente als Mittel zur privaten beruflichen Weiterentwicklung"

Der Lehrstuhl diente als Mittel zur privaten beruflichen Weiterentwicklung der untersuchten Person

Richter Juan Carlos Peinado — Gerichtsurteil

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe hat politische Kontroversen ausgelöst, da er mit dem offiziellen Staatsbesuch von Sánchez in China zusammenfällt, bei dem er von seiner Ehefrau begleitet wird. Regierungsvertreter und die sozialistische PSOE-Partei deuteten an, der Zeitpunkt sei gezielt gewählt worden, um politischen Schaden zu maximieren.

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Euronews stellt dies als bedeutende juristische Entwicklung mit detaillierter Verfahrensberichterstattung dar und betont die politische Kontroverse um den Zeitpunkt der Bekanntgabe während des China-Besuchs. Die europäische Perspektive hebt die institutionellen Aspekte des Falls hervor und verweist auf das breitere Muster rechtlicher Herausforderungen, denen sich die Regierung von Sánchez gegenübersieht.