Als Tierärzte die Symptome seines Hundes wiederholt als Hautausschlag abtaten, nahm der in Sydney ansässige KI-Berater Paul Conyngham die Sache selbst in die Hand. Er startete eine beispiellose Reise, die künstliche Intelligenz, Genomsequenzierung und experimentelle Medizin kombinierte, um den Krebs seines Haustiers zu bekämpfen.
Conynghams acht Jahre alter Rettungshund Rosie wurde 2024 nach fast einem Jahr Fehldiagnosen schließlich mit Mastzellkrebs diagnostiziert. Angesichts steigender Behandlungskosten und begrenzter Therapieoptionen – nach Chemotherapie, Standard-Immuntherapie und einer Operation – wandte sich Conyngham an KI-Chatbots zur Orientierung.
Ich führte stundenlange Gespräche mit den Bots, ohne sie zu unterbrechen.
Paul Conyngham — Straits Times
Mit ChatGPT, Gemini und Grok tauchte Conyngham tief in die Krebsforschung ein und untersuchte neuartige Behandlungen, darunter mRNA-Impfstoffe. Nach den Empfehlungen der KI investierte er 3.000 US-Dollar, um Rosies Genom zu sequenzieren, und nutzte dieselben Tools, um ihre DNA-Daten zu analysieren.
Der KI-Berater setzte anschließend AlphaFold ein – das mit dem Nobelpreis ausgezeichnete wissenschaftliche KI-Modell – um eines von Rosies mutierten Genen besser zu verstehen. ChatGPT half ihm zudem, Forscher der University of New South Wales zu identifizieren, die seine theoretische Arbeit in die Praxis umsetzen konnten.
Das Medium präsentiert die Geschichte als bemerkenswerten Fall der KI-Anwendung in der Tiermedizin. Der Fokus liegt auf den technischen Aspekten und der Aufmerksamkeit, die die Geschichte von der Führungsebene von OpenAI erhalten hat.
Die Veröffentlichung rahmt die Geschichte positiv als Beispiel für das Potenzial von KI in der medizinischen Forschung. Sie betont das erfolgreiche Ergebnis, während sie angemessene wissenschaftliche Vorbehalte der Forscher einbezieht.
Der experimentelle Ansatz scheint bemerkenswerte Ergebnisse geliefert zu haben. Rosie erhielt im Dezember einen maßgeschneiderten mRNA-Impfstoff in Kombination mit einer starken Immuntherapie, und ihr Krebs befindet sich nun in teilweiser Remission – ihr größter Tumor ist deutlich geschrumpft.
Sie hat viel von ihrer Beweglichkeit und ihren Funktionen zurückgewonnen.
Paul Conyngham — Straits Times
Die Geschichte hat internationale Aufmerksamkeit erregt, darunter eine Erwähnung des OpenAI-CEO Sam Altman auf der Social-Media-Plattform X. Die beteiligten Forscher betonen jedoch den experimentellen Charakter der Behandlung und warnen davor, sie als definitive Heilung zu betrachten.
Das war in keiner Weise eine klinische Studie.
Martin Smith, Professor — Straits Times
Professor Martin Smith von der UNSW, der Rosies Genom sequenzierte, führt Conynghams Entschlossenheit als treibende Kraft hinter dem Projekt an. Er betont, dass die Kombination aus Genomsequenzierung, künstlicher Intelligenz und RNA-Therapeutika eine Konvergenz disruptiver Technologien darstellt, die neue Möglichkeiten für die medizinische Forschung eröffnet.
Der Fall unterstreicht das Potenzial von KI, medizinische Forschung zu beschleunigen und den Zugang zu hochmodernen wissenschaftlichen Werkzeugen zu demokratisieren. Conyngham und Rosie gehen nun wieder ihre langen täglichen Spaziergänge – ein Beweis für den verbesserten Zustand des Hundes und die unerschütterliche Hingabe seines Besitzers, innovative Lösungen durch Technologie zu finden.