Das US-Zentralkommando (CENTCOM) gab bekannt, dass ab Montag um 10 Uhr ET eine vollständige Blockade aller Schiffsbewegungen in und aus iranischen Häfen in Kraft tritt. Dies verschärft die Spannungen, nachdem die Friedensgespräche am Wochenende in Pakistan über das iranische Atomprogramm gescheitert waren.
Die Militäroperation betrifft alle iranischen Häfen am Arabischen Golf und am Golf von Oman und wird alle Schiffe betreffen, die versuchen, iranische Küstengebiete zu erreichen – unabhängig von ihrer Nationalität. CENTCOM betonte jedoch, dass Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, um nicht-iranische Ziele anzusteuern, nicht behindert werden.
Die Blockade wird unparteiisch gegen Schiffe aller Nationen durchgesetzt, die iranische Häfen und Küstengebiete ansteuern oder verlassen, einschließlich aller iranischen Häfen am Arabischen Golf und am Golf von Oman. Die Streitkräfte von CENTCOM werden die Freiheit der Schifffahrt für Schiffe, die die Straße von Hormus zu und von nicht-iranischen Häfen durchqueren, nicht beeinträchtigen.
CENTCOM — Offizielle Stellungnahme
Präsident Donald Trump autorisierte die Blockade, nachdem er erklärte, dass die US-iranischen Verhandlungen in Islamabad in den meisten Punkten Einigung erzielt hätten – mit Ausnahme dessen, was er als „den einen Punkt, der wirklich zählte“ bezeichnete: das iranische Atomprogramm. Die Gespräche waren die hochrangigste direkte Begegnung zwischen den beiden Ländern seit der Islamischen Revolution im Iran 1979.
Irans Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf, der an den Verhandlungen in Pakistan teilnahm, wies den US-Druck nach seiner Rückkehr nach Teheran zurück. Seine trotzige Reaktion signalisiert Irans Unwillen, in zentralen Atomfragen trotz des wirtschaftlichen Drucks durch die maritime Blockade Kompromisse einzugehen.
The Hindu stellt die Blockade als eine klare militärische Ankündigung nach dem Scheitern der Diplomatie dar und betont die prozeduralen Details und den Zeitplan ohne redaktionelle Kommentare. Als großer Ölimporteur, der von Lieferungen aus dem Nahen Osten abhängig ist, liegt der Fokus Indiens auf den operativen Auswirkungen, ohne Partei in den US-iranischen Spannungen zu ergreifen.
Anadolu Agency rahmt die Geschichte im breiteren regionalen Konfliktkontext ein und ordnet sie unter „US-Israel-Iran-Krieg“ ein, während sie faktenbasiert berichtet. Die Position der Türkei als NATO-Partner mit komplexen regionalen Beziehungen führt zu einer ausgewogenen Berichterstattung, die aufreizende Sprache vermeidet, aber die eskalierende Natur der Situation anerkennt.
Yonhap betont die wirtschaftlichen Auswirkungen, insbesondere den Anstieg der Ölpreise und die Sorgen vor den US-Zwischenwahlen, was Südkoreas Fokus auf regionale Stabilität und Energiesicherheit widerspiegelt. Das Medium liefert umfangreiche Kontextinformationen zu Irans Verhandlungspositionen und zeigt damit Seouls Interesse an diplomatischen Lösungen für regionale Spannungen.
The Guardian rahmt dies als eskalierende Krise im Nahen Osten ein, mit besonderem Augenmerk auf Irans Trotz und Trumps aggressive Drohungen. Beide Seiten werden mit ihrer kämpferischen Rhetorik gleich behandelt, ohne eine klare Position zur Legitimität der Blockade einzunehmen. Dieser ausgewogene Ansatz spiegelt die komplexe Position internationaler Medien wider, die einen Konflikt decken, in dem Saudi-Arabien als regionaler Rivale des Iran zwar von US-Druck auf Teheran profitieren könnte, aber nicht offen einen Krieg begrüßen kann, der die gesamte Golfregion destabilisieren könnte.
Wenn sie kämpfen, werden wir kämpfen, und wenn sie mit Logik kommen, werden wir mit Logik umgehen. Wir werden uns keinerlei Drohungen beugen, sie sollen unseren Willen erneut auf die Probe stellen, damit wir ihnen eine noch größere Lektion erteilen können.
Mohammad Bagher Ghalibaf, Parlamentssprecher — AFP
Die Blockade erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Iran seine Kontrolle über die Straße von Hormus – durch die etwa 20 % des weltweiten Öls transportiert werden – nutzt, um Washington unter dem Druck laufender Sanktionen unter Druck zu setzen. Kürzliche iranische Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Meerenge haben bereits die Ölpreise in die Höhe getrieben und sorgen vor den US-Zwischenwahlen im November für Inflationssorgen.
Kommerzielle Seefahrer erhalten vor Beginn der Blockade offizielle Mitteilungen. CENTCOM rät allen Schiffen in der Nähe des Golfs von Oman und der Straße von Hormus, maritime Funkmeldungen zu verfolgen und den Kontakt zu US-Marineeinheiten auf Notfallkanälen aufrechtzuerhalten.
Die Operation folgt auf eine zweiwöchige Waffenruhe, die die Gespräche in Pakistan ermöglichte. Doch das diplomatische Fenster scheint nun geschlossen zu sein, da sich beide Seiten auf eine erneute Konfrontation vorbereiten. Die Blockade stellt die aggressivste Maßnahme der USA gegen den iranischen Seehandel seit dem „Tankerkrieg“ der 1980er Jahre während des Iran-Irak-Konflikts dar.