Der Iran gab am Freitag bekannt, dass er die Straße von Hormuz für die kommerzielle Schifffahrt wieder öffnen werde – ausgelöst durch einen Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon. US-Präsident Donald Trump erklärte daraufhin, ein Friedensabkommen mit Teheran stehe kurz vor dem Abschluss.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, die strategische Wasserstraße – durch die normalerweise etwa 20 Prozent des globalen Öls und verflüssigten Erdgases fließen – bleibe für Handelsschiffe während der 10-tägigen, von den USA vermittelten Waffenruhe geöffnet, die am Donnerstag in Kraft getreten war.
Im Einklang mit dem Waffenstillstand im Libanon wird die Passage für alle Handelsschiffe durch die Straße von Hormuz für den verbleibenden Zeitraum des Waffenstillstands vollständig geöffnet.
Abbas Araghchi, iranischer Außenminister — France 24
Die Straße war seit Beginn des Iran-USA-Konflikts am 28. Februar effektiv gesperrt, was zu einem Anstieg der Ölpreise und Störungen in den globalen Lieferketten führte. Militärschiffe bleiben nach Angaben iranischer Behörden von der Wasserstraße ausgeschlossen.
Trump reagierte mit seiner typischen Zuversicht und teilte AFP mit, die Verhandlungen hätten einen Durchbruch erreicht. Er deutete an, dass die Gespräche innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden könnten – ein deutlicher Wandel gegenüber der festgefahrenen Situation nach den gescheiterten Verhandlungen am Wochenende in Pakistan.
France 24 beschreibt die Geschichte als diplomatischen Durchbruch mit vorsichtigem Optimismus und betont die wirtschaftlichen Folgen der Wiedereröffnung der Straße, während ungelöste Spannungen bestehen bleiben. Die europäische Perspektive des Senders hebt multilaterale Bedenken hinsichtlich regionaler Stabilität und globaler Energiesicherheit hervor.
RFE/RL stellt Trumps diplomatische Bemühungen positiv dar und betont den Fortschritt hin zu einer Lösung, während es die Handlungen des Iran in den größeren regionalen Kontext einbettet. Die US-finanzierte Perspektive des Senders steht naturgemäß im Einklang mit amerikanischen strategischen Interessen bei der Eindämmung iranischen Einflusses.
NDTV konzentriert sich auf die praktischen Auswirkungen für den globalen Handel und die Energiemärkte und spiegelt damit Indiens Position als großer Ölimporteur wider, der auf Schifffahrtsrouten im Golf angewiesen ist. Der Sender betont wirtschaftliche Stabilität gegenüber geopolitischen Manövern.
SBS News unterstreicht die Fragilität der Entwicklungen und das Potenzial für erneute Konflikte und spiegelt Australiens Besorgnis über die Stabilität der Region und deren Auswirkungen auf Handelsrouten wider. Der Sender hebt die Rolle der UN und multilaterale Ansätze zur Krisenbewältigung hervor.
Tagesschau betrachtet die Geschichte durch eine europäische Linse, die sich auf den diplomatischen Prozess und die wirtschaftlichen Folgen konzentriert und die Notwendigkeit nachhaltiger Abkommen betont. Die deutsche Perspektive spiegelt die EU-Bedenken hinsichtlich Energiesicherheit und regionaler Stabilität wider.
Saudi-arabische Medien betrachten die Entwicklungen durch die Linse regionaler Stabilität und Energiesicherheit und unterstreichen, wie die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz durch den Iran die globalen Ölmärkte direkt beeinflusst – ein zentraler Faktor für die wirtschaftlichen Interessen Saudi-Arabiens. Die Berichterstattung hebt den Zusammenhang zwischen dem Waffenstillstand im Libanon und iranischen Zugeständnissen hervor und spiegelt die saudische Strategie wider, diplomatische Lösungen zu unterstützen, die den iranischen regionalen Einfluss verringern könnten, während die Schifffahrtsrouten im Golf aufrechterhalten werden.
Türkische Medien betrachten die Geschichte als möglichen Wandel in den regionalen Machtverhältnissen und betonen die Rolle der Türkei als Vermittlerin zwischen NATO-Verbündeten und regionalen Mächten wie dem Iran. Die Berichterstattung konzentriert sich darauf, wie erfolgreiche US-Iran-Diplomatie die mittelöstlichen Allianzen neu gestalten könnte und der Türkei möglicherweise neue Chancen bietet, ihre Beziehungen zu Washington, Teheran und anderen regionalen Akteuren auszubalancieren, während sie ihre strategische Autonomie bewahrt.
Wir sind sehr nah dran. Es sieht so aus, als würde es für alle sehr gut werden. Und wir sind sehr nah an einem Abkommen.
Donald Trump, US-Präsident — AFP
Die optimistische Einschätzung des Präsidenten kam trotz verbleibender großer Hindernisse. Trump betonte, dass die US-Seeblockade iranischer Häfen – von der reportedly 19 Schiffe abgewehrt wurden – so lange bestehen bleibe, bis ein umfassendes Abkommen finalisiert sei.
Das mache ich nicht. Ich will es schriftlich.
Donald Trump, US-Präsident — NDTV
Der Iran wies die anhaltende Blockade scharf zurück. Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei warnte, Teheran werde Gegenmaßnahmen ergreifen, falls die maritimen Beschränkungen bestehen blieben. Gleichzeitig bestritt der iranische Marinekommandant Shahram Irani die Behauptung, der Iran sei effektiv blockiert.
Das Atomthema bleibt ein zentraler Streitpunkt. Trump hatte behauptet, der Iran habe zugestimmt, seine angereicherten Uranbestände zu verlagern, doch das iranische Außenministerium wies dies am Freitag explizit zurück und erklärte, die Materialien würden nirgendwohin transferiert.
Die Finanzmärkte reagierten positiv auf die Entwicklungen. Die Ölpreise sanken, und die globalen Aktienindizes stiegen, da Anleger mit einer Wiederaufnahme des Energieflusses durch den kritischen Engpass rechneten.
Der Zeitpunkt steht in direktem Zusammenhang mit den regionalen Dynamiken. Der Iran hat wiederholt seine Verhandlungsbereitschaft mit den USA an ein Ende der israelischen Militäroperationen gegen die Hisbollah im Libanon geknüpft, wo seit Anfang März gekämpft wird.
Schiffsverfolgungsdaten zeigten am Freitag etwa 20 Schiffe – darunter Containerfrachter, Massengutfrachter und Tanker –, die sich in Richtung der Straße bewegten. Ob ihnen die Passage gewährt würde, blieb unklar, da beide Seiten ihre nächsten Schritte abwägten.