Eine Bundesrichterin hat am Donnerstag den Großteil der sexuellen Belästigungsklage von Blake Lively gegen ihren „It Ends with Us“-Co-Star Justin Baldoni abgewiesen und dabei 10 von 13 Anschuldigungen in dem hochkarätigen Hollywood-Rechtsstreit verworfen.
Richter Lewis Liman am Bundesgericht in Manhattan ließ drei Ansprüche gegen Baldoni bestehen – Vertragsbruch, Vergeltung und Beihilfe zur Vergeltung –, die am 18. Mai in die zivilrechtliche Verhandlung gehen. Die abgewiesenen Anschuldigungen umfassten Belästigungs- und Verleumdungsvorwürfe, die den Kern von Livelys ursprünglicher Klage bildeten, die sie im Dezember 2024 eingereicht hatte.
Das Urteil stellt einen erheblichen Rückschlag für Lively dar, die Baldoni vorwarf, sie am Set sexuell belästigt und eine Schmutzkampagne inszeniert zu haben, um ihren Ruf zu zerstören. Baldoni, der den Gewalt-Dramafilm mit Lively drehte und ihr darin auch als Schauspieler gegenüberstand, wies die Vorwürfe zurück und reichte seinerseits eine Gegenklage ein, die von einem Richter im vergangenen Jahr abgewiesen wurde.
hat sich stets und wird sich weiterhin auf die verheerende Vergeltung und die außergewöhnlichen Schritte konzentrieren, die die Beklagten unternommen haben, um [Lively] zu zerstören
Sigrid McCawley, Livelys Anwältin — BBC
In seinem 152-seitigen Beschluss verwies Richter Liman vor allem auf Zuständigkeitsfragen als Grund für die Abweisung der Belästigungsvorwürfe. Er urteilte, dass Anschuldigungen nach kalifornischem Recht nicht weiterverfolgt werden könnten, da sich die mutmaßlichen Vorfälle während der Dreharbeiten in New Jersey und nicht in Kalifornien ereignet hätten. Damit fehle die für solche Ansprüche erforderliche „erhebliche Verbindung“ zu Kalifornien.
Die BBC stellt das Urteil als erheblichen rechtlichen Rückschlag für Lively dar und betont, dass ihr Team beabsichtigt, gegen die verbleibenden Ansprüche weiter vorzugehen. Die Berichterstattung konzentriert sich auf die technischen rechtlichen Gründe für die Abweisung und nimmt keine Stellung zu den eigentlichen Vorwürfen.
CNA berichtet sachlich über die richterliche Entscheidung und liefert Hintergrundinformationen zu den Karrieren beider Schauspieler. Das Medium bleibt neutral und enthält sich jeder Bewertung der Positionen der Parteien.
Spiegel bewertet das Urteil als klare rechtliche Niederlage für Lively und stellt fest, dass sie in ihrem Streit mit Baldoni einen Rückschlag erlitt. Die Berichterstattung hebt die Reduzierung der Ansprüche von dreizehn auf drei hervor und liefert Kontext zum Inhalt des Films.
NOS analysiert ausführlich die Begründung des Richters, insbesondere im Hinblick auf Arbeitsschutz und die Besonderheiten von Filmsets. Das Medium erklärt, wie der Richter zwischen angemessener kreativer Zusammenarbeit und Belästigung unterschied.
Der Richter stellte zudem fest, dass Lively bestimmte bundesrechtliche Ansprüche nicht geltend machen könne, da sie auf dem Filmset eher als freie Mitarbeiterin denn als Angestellte fungiert habe. Diese Einstufung schließe sie von den typischerweise für Opfer von Belästigung am Arbeitsplatz geltenden Schutzmaßnahmen nach Bundesrecht aus.
Livelys Anwaltsteam bezeichnete die Abweisung der Belästigungsvorwürfe als eine Frage der Verfahrensweise und nicht als Freispruch für Baldonis Verhalten. Sie betonten, dass die Schauspielerin im anstehenden Prozess aussagen und weiterhin die noch offenen Vergeltungsansprüche verfolgen wolle.
Der Rechtsstreit entstand im Zusammenhang mit der Produktion von „It Ends with Us“, einer Verfilmung von Colleen Hoovers Bestseller über häusliche Gewalt. Trotz der internen Turbulenzen übertraf der Film alle Erwartungen an den Kinostart und spielte am Eröffnungwochenende im August 2024 über 50 Millionen US-Dollar ein.
Lively warf Baldoni vor, sich am Set unangemessen verhalten zu haben, darunter Gespräche über Pornografie und sexuelle Begegnungen, unangenehme Kommentare sowie Druck, zusätzliche Nacktszenen einzubauen. Zudem beschuldigte sie ihn und seine Produktionsfirma Wayfarer Studios, eine Online-Hetzjagd gegen sie organisiert zu haben – etwa durch Manipulation in sozialen Medien und gezielte Medienberichte.
Der Fall erregte großes Aufsehen, als vor Livelys Klage Details in einem Artikel der New York Times veröffentlicht wurden, der Textnachrichten und andere Beweismittel enthielt. Der Streit zog auch Livelys Ehemann Ryan Reynolds und ihre Freundin Taylor Swift in Mitleidenschaft, deren Kommunikation Teil des Verfahrens wurde.
Im anstehenden Prozess wird es vor allem darum gehen, ob Baldoni und sein Umfeld Vergeltung an Lively übten, nachdem sie sich über sein Verhalten beschwert hatte. Dieser engere Fokus stellt eine deutliche Reduzierung gegenüber den ursprünglichen, weitreichenden Anschuldigungen wegen Belästigung, Verleumdung und gezielter Rufschädigung dar.