Die Ukraine warf Russland vor, den orthodoxen Oster-Waffenstillstand bis Sonntagmorgen 2.299 Mal verletzt zu haben. Damit brach die eigentlich als 32-stündige humanitäre Pause im vierjährigen Konflikt geplante Feuerpause innerhalb kürzester Zeit zusammen.

Die Waffenruhe, die am Samstag um 16 Uhr begann und bis Sonntagabend andauern sollte, zerfiel fast sofort. Ukrainische Militärvertreter meldeten innerhalb der ersten 15 Stunden 28 Angriffsoperationen, 479 Artillerieangriffe, 747 Treffer durch Angriffsdrohnen sowie 1.045 Angriffe mit FPV-Drohnen durch russische Streitkräfte.

Russland konterte mit eigenen Vorwürfen und behauptete, ukrainische Kräfte hätten den Waffenstillstand 1.971 Mal durch Artilleriefeuer, Panzerangriffe und Drohnenangriffe verletzt. Das russische Verteidigungsministerium gab an, 258 Artillerie- oder Panzerangriffe sowie 1.329 FPV-Drohnenangriffe durch ukrainische Streitkräfte registriert zu haben.

"In den ersten 15 Stunden wurden 2.299 Verstöße gegen den Waffenstillstand registriert"

Die Ukraine wird sich an den Waffenstillstand halten und wird in gleicher Weise reagieren. Das Ausbleiben russischer Angriffe in der Luft, am Boden und auf See wird bedeuten, dass auch unsere Seite nicht reagiert.

Volodymyr Zelensky, ukrainischer Präsident — X

Der Vorschlag für den Waffenstillstand ging auf den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky zurück, der ihn vor über einer Woche unterbreitet hatte. Der russische Präsident Wladimir Putin stimmte dem vorübergehenden Stopp am Donnerstag zu. Beide Staatschefs präsentierten die Maßnahme als humanitäre Geste für die orthodoxen Osterfeierlichkeiten.

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RFI beschreibt die Geschichte als vorhersehbares Scheitern, das auf gegenseitigem Misstrauen beruht. Die Berichterstattung betont die Skepsis der Zivilbevölkerung und zieht Parallelen zu früheren gescheiterten Waffenstillständen. Die Darstellung balanciert die Vorwürfe beider Seiten und hebt den humanitären Gefangenenaustausch als seltene positive Ausnahme hervor.