Ein neues Verfahren zur Untersuchung des Todes des argentinischen Fußballlegenden Diego Maradona hat am Dienstag in San Isidro nahe Buenos Aires begonnen. Es ist fast ein Jahr her, dass die ursprünglichen Verhandlungen in einem Skandal zusammengebrochen waren.
Sieben Mitglieder von Maradonas medizinischem Team stehen wegen fahrlässiger Tötung unter Anklage, im Zusammenhang mit seinem Tod am 25. November 2020 im Alter von 60 Jahren. Zu den Angeklagten gehören der Neurochirurg Leopoldo Luque, die Psychiaterin Agustina Cosachov und der Psychologe Carlos Angel Diaz sowie weitere Personen, die ihn in seinen letzten Wochen betreut hatten.
Die Anklage sieht mögliche Haftstrafen zwischen acht und 25 Jahren vor, basierend auf Argentiniens Gesetz zum „einfachen Totschlag mit bedingtem Vorsatz“. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, die medizinische Behandlung des Teams sei grob fahrlässig gewesen und die Unterbringung Maradonas in einer Privatwohnung nach seiner Hirnoperation habe eine unzureichende Versorgung dargestellt.
Maradona starb an Herzversagen und akutem Lungenödem zwei Wochen nach einer Operation, bei der ein Blutgerinnsel aus seinem Gehirn entfernt wurde. Er hatte sich in einer Privatwohnung in Tigre erholt, einem nördlichen Vorort von Buenos Aires, unter – wie die Staatsanwaltschaft es beschreibt – unzureichender medizinischer Aufsicht.
Das erste Verfahren, das im März 2025 begann, wurde nach zweieinhalb Monaten annulliert, nachdem festgestellt wurde, dass Richterin Julieta Makintach gegen richterliche Regeln verstoßen hatte. Es gab Videos, die zeigten, wie sie von einem Dokumentationsteam in den Fluren und ihrem Büro des Gerichtsgebäudes interviewt wurde. Dies führte zu ihrer Amtsenthebung und ihrem Ausschluss aus dem Fall.
Al Jazeera rahmt die Geschichte durch Maradonas weltweites Fußballerbe und betont seinen ikonischen Status sowie die massive öffentliche Trauer nach seinem Tod. Das Medium stellt die juristischen Verhandlungen in den Kontext von Argentiniens Beziehung zu seinen Sporthelden und behandelt den Fall weniger als rein rechtliche Angelegenheit, sondern als kulturelles Ereignis von großer Bedeutung.
The Straits Times beleuchtet die Geschichte aus prozessualer Sicht und legt den Fokus auf die rechtlichen Mechanismen des Wiederholungsverfahrens sowie die konkreten Anklagen gegen die Mediziner. Die Darstellung spiegelt Singapurs institutionelle Perspektive auf medizinische Verantwortung und Justizverfahren wider und behandelt den Fall als Fallstudie zur beruflichen Verantwortung – weniger als Tragödie einer Berühmtheit.
La Nación bietet eine umfassende Berichterstattung mit Fokus auf die Integrität des Justizsystems und die technischen Details des Verfahrens. Die Darstellung reflektiert Argentiniens innere Auseinandersetzung mit Maradonas Vermächtnis und institutioneller Rechenschaftspflicht und behandelt den Fall als Prüfstein für die Fähigkeit des Landes, hochkarätige Fälle fair zu behandeln.
Die neuen Verhandlungen vor dem Strafgericht Nr. 7 werden die Aussagen von 92 Zeugen anhören, reduziert von einer ursprünglichen Liste mit über 200 Personen. Die Sitzungen finden zweimal wöchentlich dienstags und donnerstags statt, und das Verfahren soll im Juli abgeschlossen werden.
Die Verteidiger argumentieren, Maradonas Tod sei angesichts seiner langen Geschichte mit Kokain- und Alkoholsucht unvermeidbar gewesen und sei auf natürliche Ursachen zurückzuführen. Der Weltmeister von 1986 hatte jahrzehntelang mit Suchtproblemen gekämpft, was sein juristisches Team als Grund dafür anführt, dass sein Tod trotz medizinischer Intervention unvermeidbar war.
Der Fall hat in Argentinien große Aufmerksamkeit erregt, wo Maradona eine geliebte Figur bleibt. Sein Tod während der COVID-19-Pandemie führte dazu, dass Hunderttausende Trauernde auf die Straßen von Buenos Aires strömten, was seine anhaltende Bedeutung als einer der größten Fußballspieler aller Zeiten widerspiegelt.
Eine achte Angeklagte, die Krankenschwester Dahiana Madrid, wird vor einem separaten Geschworenengericht stehen, für das noch kein Termin feststeht. Das Wiederholungsverfahren zwingt sowohl die Anklage als auch die Verteidigung, ihre Strategien nach dem ersten Prozess neu zu bewerten, der umfangreiche Beweismittel wie Fotos, Videos, Tonaufnahmen und forensische Materialien ans Licht brachte.
Der Fall wirft Fragen über medizinische Verantwortung und die Betreuung von Prominenten im argentinischen Gesundheitssystem auf. Wie das Gericht Maradonas Vorerkrankungen gegen die behauptete medizinische Fahrlässigkeit abwägt, wird darüber entscheiden, ob seine Betreuer mit jahrzehntelanger Haft rechnen müssen oder freigesprochen werden.