Mindestens 30 Menschen starben bei einem Massenandrang in der Zitadelle Laferrière in Haiti während einer jährlichen Feier, wie Behörden am Dienstag bestätigten. Die Todesfälle ereigneten sich am Eingang der UNESCO-Weltkulturerbestätte, als starker Regen Panik in einer ungewöhnlich großen Menschenmenge auslöste.
Die im 19. Jahrhundert erbaute Festung, die auf einem Berg im Norden Haitis thront, hatte zahlreiche junge Menschen für die jährliche Gedenkveranstaltung angelockt. Haitianische Behörden befürchten, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte, während Rettungskräfte an dem Ort weiterarbeiten, der als beliebtestes Touristenziel des Landes gilt.
Erbaut kurz nach Haitis Unabhängigkeit von Frankreich, steht die Zitadelle Laferrière als größte Festung der westlichen Hemisphäre da. König Henri Christophe ließ sie als Verteidigungsbollwerk gegen mögliche französische Rückeroberungsversuche errichten – ein militärisches Monument und Symbol für Haitis hart erkämpfte Freiheit.
Die Tragödie ereignet sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Sicherheitskrise Haitis, in der Bandengewalt Hunderttausende vertrieben und grundlegende Dienstleistungen im Großteil des Landes lahmgelegt hat. Touristische Stätten wie die Zitadelle bieten seltene Räume, in denen Haitianer trotz der sonstigen Verschlechterung der Lage kulturelle Feiern abhalten können.
Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen, als der Regen stärker wurde und sich die Menschenmengen zum Festungseingang drängten. Die Kombination aus Wetterbedingungen und Überfüllung schuf einen tödlichen Engpass, in dem Menschen im Gedränge zu Boden getrampelt wurden – sei es auf der Suche nach Schutz oder um dem Gedränge zu entkommen.
Deutsche Medien betrachten die Tragödie durch die Brille des kulturellen Erbes und betonen die historische Bedeutung der Zitadelle als Symbol für Haitis Freiheitskampf. Diese Perspektive spiegelt Deutschlands Fokus auf den Erhalt kultureller Stätten wider und unterstreicht die Ironie, dass ausgerechnet an einem Monument der Befreiung der Tod einkehrte.