Lufthansa-Piloten begannen kurz nach Mitternacht am Montag einen 48-stündigen Streik, der zur Stornierung Hunderter Flüge bei der größten deutschen Fluggesellschaft und ihren Tochterunternehmen führte. Der Arbeitskampf betrifft die Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo und die Regionalfluggesellschaft CityLine bis Dienstagabend.
Die Flughäfen Frankfurt und München waren besonders stark von den Ausfällen betroffen, wobei allein in München etwa 710 Flüge gestrichen wurden. Die Vereinigung Cockpit, die Gewerkschaft der Piloten, rechnet täglich mit rund 400 Kurzstreckenflügen, die gestrichen werden – eine Ausfallquote von 80 Prozent, die mit früheren Streiks in diesem Jahr vergleichbar ist.
Die Ferienfluggesellschaft Eurowings ist nur am Montag von Einschränkungen betroffen, wobei alle Abflüge von deutschen Flughäfen beeinträchtigt sind. Die Airline zeigte sich jedoch zuversichtlich, einen Großteil ihres Flugplans dank Unterstützung durch Eurowings Europe und Partnerfluggesellschaften aufrechterhalten zu können.
Wir sehen uns zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Arbeitgeber in mehreren Tarifverhandlungen keine erkennbare Bereitschaft zur Einigung gezeigt haben.
Vereinigung Cockpit — Erklärung vom Samstag
Im Mittelpunkt des Streiks stehen die Rentenbeiträge und die Vergütung bei CityLine, die vor allem europäische Strecken bedient. Die Piloten fordern von Lufthansa eine Erhöhung der monatlichen Rentenbeiträge von 820 auf 1.800 Euro sowie jährliche Bonuszahlungen von 1.000 Euro und einmalige Zahlungen in Höhe eines Monatsbruttogehalts.
Der deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk stellt den Streik als Teil anhaltender Arbeitskonflikte dar und betont die Auswirkungen auf Passagiere, wobei sowohl die Position der Gewerkschaft als auch des Managements gleichwertig präsentiert werden. Die Berichterstattung spiegelt Deutschlands ausgewogenen Umgang mit Arbeitsbeziehungen wider, bei dem Streiks als legitimes Verhandlungsinstrument und nicht als disruptive Bedrohung behandelt werden.