Die iranischen Revolutionsgarden kündigten am Donnerstag verbindliche alternative Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormuz an und verwiesen auf die Gefahr von Seeminen in der Haupttransitzone der Wasserstraße.
Die Anordnung erfolgt, während Teheran sich unter einer zweiwöchigen Waffenruhe mit den Vereinigten Staaten bereit erklärte, die strategische Passage vorübergehend wieder zu öffnen. Normalerweise werden über die Straße ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert.
Alle Schiffe, die die Straße von Hormuz durchqueren wollen, werden hiermit aufgefordert, zur Einhaltung der Grundsätze der maritimen Sicherheit und zum Schutz vor möglichen Kollisionen mit Seeminen ... alternative Routen für den Verkehr in der Straße von Hormuz zu nutzen.
Iranische Revolutionsgarden — NDTV
Das neue Routensystem sieht getrennte Ein- und Ausfahrtskorridore vor, die von der iranischen Marine koordiniert werden. Schiffe, die vom Golf von Oman in den Persischen Golf einlaufen, müssen nördlich der Insel Larak passieren, während auslaufende Schiffe eine südliche Route um dieselbe Insel nehmen.
Iran hatte die Passage durch die Straße von Hormuz seit Anfang März effektiv blockiert, was zu einem globalen Anstieg der Energiepreise führte. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ging während der Eskalation um bis zu 97 Prozent zurück.
NDTV stellt die Geschichte als diplomatische Entwicklung nach erfolgreichen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran dar, betont die globalen Energiefolgen und präsentiert die Positionen beider Seiten ohne redaktionelle Bewertung. Indiens Perspektive ist relevant, da das Land als großer Ölimporteur von Lieferungen aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormuz abhängig ist.
Infobae hebt das aggressive Ultimatum von Trump und Irans Einlenken unter Druck hervor und rahmt die Waffenruhe als letzte Minute-Lösung für einen möglichen militärischen Konflikt. Die lateinamerikanische Perspektive Argentiniens konzentriert sich auf die globalen wirtschaftlichen Folgen statt auf regionale Sicherheitsbedenken.
La Tercera beleuchtet die technischen Aspekte von Irans Routensystem und ordnet es in den größeren US-Iran-Konflikt ein, wobei der Fokus auf den praktischen Auswirkungen für die internationale Schifffahrt liegt. Chiles Perspektive als pazifischer Handelsstaat betont maritime Sicherheit und Stabilität der globalen Lieferketten.
Die Berichterstattung betont Irans destabilisierende Rolle bei der Schaffung anhaltender Unsicherheiten im Schiffsverkehr trotz Waffenstillstandsabkommen und rahmt Teherans Handeln als Fortsetzung regionaler Instabilität, die wichtige Handelsrouten bedroht. Diese Darstellung entspricht den geopolitischen Interessen Saudi-Arabiens, das den Iran als unzuverlässigen Akteur porträtiert, dessen maritime Politik den Golfhandel selbst während diplomatischer Entspannung stört.
Die Berichterstattung stellt Irans alternative Schifffahrtsrouten als pragmatische Maßnahme im Rahmen der größeren US-Iran-Waffenstillstandsverhandlungen dar und positioniert das maritime Thema als Teil größerer diplomatischer Entwicklungen statt als isolierte Provokation. Diese Perspektive spiegelt die türkische Balance zwischen NATO-Verpflichtungen und regionalen Beziehungen wider und betont den diplomatischen Prozess gegenüber konfrontativen Narrativen über iranische maritime Kontrolle.
Die Waffenruhe wurde weniger als eine Stunde vor dem von US-Präsident Donald Trump gesetzten Ultimatum für militärische Maßnahmen gegen den Iran vereinbart. Trump hatte gedroht, iranische Infrastruktur zu "vernichten", falls Teheran die Wasserstraße nicht wieder öffne.
Nach der Bekanntgabe des Waffenstillstands begann der Schiffsverkehr am Mittwoch vorsichtig wieder aufzunehmen. Allerdings stoppte der Iran am selben Tag vorübergehend den Öltankerverkehr und verwies auf israelische Angriffe auf den Libanon – eine Behauptung, die das Weiße Haus dementierte.
In der Erklärung der Revolutionsgarden wurde betont, dass alle Schiffe mit den iranischen Seestreitkräften koordinieren und die alternativen Routen "bis auf Weiteres" einhalten müssen. Die Maßnahmen spiegeln Irans anhaltende Kontrolle über die Navigation in diesem strategischen Engpass wider.
Vor der Blockade im März passierten etwa 20 Prozent der globalen fossilen Brennstoffexporte täglich die Straße von Hormuz. Die Schließung der Wasserstraße war zu einer zentralen Forderung des internationalen Drucks auf den Iran geworden.
Die vorübergehende Wiedereröffnung gibt den globalen Energiemärkten etwas Spielraum, doch Irans Forderung nach alternativen Routen und die Warnungen vor Minen signalisieren anhaltende Spannungen. Die zweimonatige Waffenruhe lässt grundlegende Fragen zur langfristigen Zugänglichkeit unbeantwortet.